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Zeitzeugenbegegenung Tswi Herschel

Direkt am Jahrestag, also am 27.Januar, kamen Tswi Herschel und seine Tochter zu uns uns in die Schule. Herr Herschel, der aus Holland stammt und 1986 nach Israel eingewandert ist, berichtete sehr eindrucksvoll aus seinem Leben.

Ein Leben, das geprägt ist davon, wie er als Kleinkind aus dem Amsterdamer Getto gerettet wurde und den Holocaust überlebte. Seine Eltern hat er nur aus den Aufzeichnungen, die der Vater teilweise extra für ihn angefertigt hat, kennengelernt.

Nach seinem Vortrag sprach seine Tochter in englischer Sprache darüber, wie ihr Leben vor allem als Kind von dieser Zeit bestimmt ist, beispielsweise, wie es als Kind ist, wenn man keinerlei Familie hat außer den eigenen Eltern, weil alle Verwandtschaft getötet wurde.

Anschließend ergab sich aus Fragen unserer Schülerinnen und Schüler ein intensives Gespräch, das sicherlich in den Klassen- oder Geschichtsstunden weitergeführt wurde.(GeJo)

 

Möglich wurden das Konzert und die Zeitzeugenbegegnung durch die Kooperation mit dem Verein Miteinander Leben e.V. und das Programm "Partnerschaften für Demokratie im Herzogtum Lauenburg".

Zeitzeugen besuchen die Gemeinschaftsschule

 Am Mittwoch, dem 12.11.2014, sind Zeugen aus der Zeit der Judenverfolgung zu Besuch in die Gemeinschaftsschule in Mölln gekommen, um dort ihre Geschichten mit den Schülern zu teilen.

Herr Dr. Liebesschütz und Frau Szepezi waren noch Kinder, als sie Zeugen von den schrecklichen Gesetzen und Machenschaften Hitlers und der Nazis gegen die jüdische Bevölkerung wurden. Beide konnten bewegende Geschichten erzählen, doch vor allem die Erlebnisse von Frau Szepezi haben die Brutalität und Unbarmherzigkeit der Nationalsozialisten widergespiegelt. Für mich persönlich war es eine sehr bedrückende Erfahrung, den beiden Menschen zuzuhören, denn ich konnte mich sehr in die Erlebnisse hineinfühlen und die Geschehnisse aus der Zeit deutlich besser verstehen.

In der Schule, im Geschichtsunterricht, lernen wir alle die kaltblütige und gnadenlose Art und Weise der Nationalsozialisten kennen und verstehen, aber erst durch die Zeitzeugen konnte man sich wirklich etwas darunter vorstellen. In den Geschichtsbüchern sind Bilder aus der Zeit abgebildet, und selbst die verschlagen einem hin und wieder die Sprache, aber das Leben und die Erlebnisse von Frau Szepezi und Herrn Dr. Liebesschütz sind nicht so einfach zusammenzufassen.

Auch wenn es heißt, dass ein Bild mehr sagt als 1000 Worte, war es eine ganz besondere Erfahrung für mich, die Erlebnisse der Zeitzeugen zu hören. Ich hoffe, dass diese Erfahrung auch noch viele folgende Generationen machen können, indem man Aufnahmen der Erzählungen speichert und verbreitet. Es ist unglaublich schwer für alle Personen aus dieser Zeit, von ihren eigenen Erlebnissen zu erzählen, denn oftmals ist es für die Psyche der betroffenen Menschen eine so große Belastung, dass alles verdrängt wird. Umso beeindruckender ist es, dass es noch Menschen gibt, die es schaffen, immer wieder über ihre Vergangenheit zu reden und die Erlebnisse immer wieder aufs Neue zu durchleben.

Frau Szepezi hat ein Buch über ihre Erlebnisse geschrieben, wie sie als Kind auf der Flucht ihre Familie verlassen musste und drei Monate in dem Konzentrationslager Auschwitz überlebt hat, bis die Russen die Häftlinge befreit und ihr Leben gerettet haben. Herr Dr. Liebesschütz selbst sagt, dass er sehr viel Glück gehabt hat, denn er ist eines der Kinder gewesen, die nach England in Sicherheit gebracht wurden und dort ein relativ normales Leben führen konnten, auch wenn er nie die Erfahrung machen durfte, Freunde zu haben. Ich bin sehr dankbar, dass die Zeitzeugen ihre Erlebnisse, Ängste und Erfahrungen mit uns geteilt haben.

Lea Steinmann, 10c