Das schulinterne Erziehungshilfekonzept zeigt die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen der schulischen Erziehungsarbeit auf. Unser Ziel ist es, positives Verhalten der Schülerinnen und Schüler zu stärken. Negative Formen des Umgangs mit Menschen und deren Eigentum sollen einerseits durch präventive Maßnahmen bewusstgemacht werden, andererseits sollen reaktive Maßnahmen Verhaltensveränderungen bewirken. Dabei legen wir auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Eltern wert.

 

Darüber hinaus arbeiten wir mit der Schulsozialarbeit, der schulischen Erziehungshilfe durch die Astrid-Lindgren-Schule Mölln, dem schulpsychologischen Dienst des Kreises Herzogtum Lauenburg und weiteren außerschulischen Partnern zusammen und dies stellt einen integrativen Bestandteil der pädagogischen Arbeit in der Schule dar.

 

1.1.1    Präventive Maßnahmen

 

Stärkung der Sozialkompetenz in Klassenstufe 5

In der fünften Klassenstufe liegt der Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit zunächst darauf, die Klassengemeinschaft zu stärken und die Schüler in ihrer Sozialkompetenz zu schulen. Teilweise werden schon Klassenratsstrukturen in Form von einem Klassenrat oder der „Wohli-Konferenz“ angebahnt. Der zweite Schwerpunkt ist die Vertiefung und Wiederholung der nach dem Methodenkonzept eingeführten Methoden.

 

Patenschaften für die Jahrgangsstufe 5

Schülerinnen und Schüler des neuen fünften Jahrganges erhalten Hilfestellungen, um sich in der neuen Schulumgebung leichter zurechtzufinden. Dazu übernehmen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 die Patenschaft.

 

Den Paten wird durch die Übernahme einer Patenschaft die Möglichkeit gegeben, sich im sozialen Bereich zu engagieren, Verantwortung zu übernehmen und sich unter Anleitung erste Erfahrungen in der Führung von Gruppen anzueignen.

 

Zu den Aufgaben der Paten gehören:

  • Empfang der neuen Schüler und Schülerinnen am Einschulungstag
  • Ansprechpartner für die Klassen in den ersten Tagen und Wochen
  • Verbindungsschüler/-schülerin zu anderen Schülern/Schülerinnen der Schule
  • Hilfestellung bei Konflikten
  • Hilfestellung bei Orientierungsproblemen in der neuen Schule
  • Hilfestellung an der Bushaltestelle und evtl. im Bus
  • Pausenbegleitung im Klassenraum
  • Unterstützung bei der Planung und Durchführung von z.B. Kennlerntagen, Klassenfesten, Wandertagen, Klassenprojekten
  • Teilnahme und Unterstützung bei den Kennlernfahrten
  • Betreuung der Klasse bei Sport- und Spielefesten

 

 

Kennenlernfahrt

Ein Baustein, um die Klassengemeinschaft zu stärken und den Einzelnen kennen und einschätzen zu lernen, ist eine Übernachtungsfahrt im 1. Halbjahr der Jahrgangsstufe 5. Pädagogische Schwerpunkte liegen in kooperativen und integrativen Übungen. Die Schülerinnen und Schüler üben, sich für andere einzusetzen, gemeinsam Aufgaben zu lösen und sowohl den Weg als auch die Lösung zu reflektieren.

 

Durch die Nähe zu den Klassenkameraden, durch gemeinsames Kochen und Übernachten lernen sich die Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte anders kennen und üben sich in Akzeptanz und Rücksichtnahme.  

 

Logbuch

Alle Schülerinnen und Schüler erhalten zu Beginn eines Schuljahres ein Logbuch, in dem unter anderem die Schul- & Pausenordnung, der Stundenplan, die Unterrichtszeiten, die Namen und Telefonnummern der Lehrkräfte und eine Jahresterminübersicht nachzulesen sind, aber auch die Hausaufgaben, Mitteilungen an die Eltern, Lernzielvereinbarungen sowie alle anstehenden Informationen eingetragen werden können.

 

Das Logbuch dient auch als eine unmittelbare Mitteilungs- und Kommunikationsplattform zwischen Elternhaus und Schule bezüglich der Lernergebnisse und der erzieherischen Arbeit.

 

Pädagogische Klassendienstgespräche

Die pädagogischen Dienstgespräche (PDG) finden einmal im Jahr im Oktober/November statt. Den Vorsitz führt die Stufenleitung. Auf den PDG treffen sich die Klassenteams, um in Ruhe (90 Minuten im Jahrgang 5, 60 Minuten in den Jahrgängen 6 – 8, sowie 45 Minuten in den Jahrgängen 9 und 10) die Schwächen, aber auch die Stärken jeder einzelnen Schülerin / jedes einzelnen Schülers anzusprechen.

Wie werden die PDG vorbereitet?

Manche Klassenteams tragen auf der Konferenz ihre Anmerkungen zusammen, andere geben vorher (Noten-)Listen mit Kurzkommentarmöglichkeiten aus, wiederum andere benutzen selbst erstellte Ankreuzlisten. Die Gestaltung liegt beim Klassenlehrer / bei der Klassenlehrerin. Vorschlagslisten liegen der Wochenmail bei. Ab der Klassenstufe 8 müssen Zwischennoten/Tendenzen (z. B. Note 3 – 4)

Was sind die Ziele der PDG?

  • Die PDG sind ein Beratungsgremium für die Klassenleitungen, die Fachlehrkräfte und weitere Schulbedienstete.
  • Die PDG fördern ein gemeinsames, konsequentes Handeln aller Lehrkräfte einer Klasse und stärken die Klassenleitung. Es können Absprachen bzgl. der Sitzordnung, Methoden, Belohnungssysteme, Konsequenzen usw. getroffen werden.
  • Ein Abgleich von Schülerdaten wie u. a. die Bekanntgabe von LRS-, DaZ- und Förderschüler/innen, Allergien, Krankheiten und außergewöhnlichen häuslichen Situationen ist sinnvoll.
  • Die PDG unterstützen ein erwünschtes Lern- und Sozialverhalten und infolgedessen den schulischen Erfolg unserer Schüler/innen und bieten frühzeitig im Schuljahr die Möglichkeit, mit geeigneten Maßnahmen im schulischen wie im häuslichen Bereich Stärken zu fördern sowie Schwächen zu verringern.
  • Die anschließenden Eltern- und Schülergespräche stärken die Zusammenarbeit und das Vertrauen zwischen Eltern, Schülern und Schule. Rückmeldungen (Kopien, 2. Zielvereinbarung im Logbuch, Feedback-Gespräche) an alle Eltern haben sich bewährt und sind verpflichtend.
  • Die PDG dienen der Vorbereitung der Halbjahreszeugnisse, da schon hier Überprüfungen von Schülerinnen und Schülern auf einen Förderbedarf, Förder-/ Lernpläne bzw. ein Übergang in eine DaZ-B2-, LuV-/LEE-, FLEX- oder Coaching-Maßnahme (z. B. Risikoschüler/innen ab Jahrgang 8) bzw. Anmeldungen für das Enrichment-Programm besprochen werden und leistungsstarke Schüler/innen z. B. für einen Erweiterungskurs vorgeschlagen oder weitere Angebote im schulischen wie außerschulischen Bereich erörtert werden.

 

Verantwortliche Koordinatoren: Katrin Hilbert / Jens Schlutzkus / Bettina Röper

 

(Sucht-)Präventionsangebote

In den ersten 4 Wochen eines Schuljahres finden zentrale Elternversammlungen in den Jahrgängen 5 – 9 statt, bei denen sich verschiedene externe Partner mit ihren (Sucht-) Präventionsangeboten in den Klassen vorstellen.

 

Explizit werden die Jahrgänge 5, 6 und 7 mit (Sucht-)Präventionsangeboten, die von externen Partnern durchgeführt werden und kostenpflichtig sind, versorgt. Die Kosten werden durch die Stadt Mölln bzw. durch eingeworbene Fördergelder gedeckt.

 

Ziele dieser Veranstaltungen sind die Stärkung der Persönlichkeit, die Förderung von Lebens- und Sozialkompetenzen, die friedliche und konstruktive Lösung von Konflikten, die Akzeptanz unterschiedlicher Lebensstrategien, die Bildung von Empathiefähigkeit, die Stärkung eines demokratischen Bewusstseins, das Wissen um Wirkungsweisen wie z. B. von Drogen sowie die Sensibilisierung für Gefahren von Suchtmitteln als auch die Reflexion eigenen Verhaltens und eigener Konsummuster.

 

Im Jahrgang 5 findet in zwei Klassen jeweils eine 120-minütige Präventionsveranstaltung zum Thema „Prävention als Beziehungsaufbau“ durch Frau Petra Schörling, Freiberuflerin, statt. Inhalte sind die Stärkung von Klassenteams, die Förderung der Selbstwahrnehmung und der Empathie sowie das Erlernen von Kommunikationsmethoden. Besonders im Fokus stehen dabei aber auch der Umgang mit belastenden Gefühlen und Stress. Hierzu werden Problemlösungsstrategien über gemeinsame Übungen erlernt. Zwei bis drei weitere jeweils 120-minütige Anschlussveranstaltungen im laufenden Schuljahr sollen die erlernten Methoden und Inhalte in diesen beiden Klassen weiter vertiefen. Die Startveranstaltungen dienen des Kennenlernens der Referentin und finden ohne Klassenleitungen statt. Die Folgetreffen werden dagegen mit den Klassenleitungen gemeinsam durchgeführt, damit erlernte Methoden auch im Schulalltag implementiert und gelebt werden können.

Im Jahrgang 6 arbeitet die Alkohol- und Drogenberatung des Kreises in allen Klassen jeweils in vier Zeitstunden zum Umgang und den Gefahren mit unterschiedlichen Drogen und Süchten. Die Klassenleitungen erhalten Rückmeldungen zu gefährdenden Tendenzen.

 

Eine 120-minütige Sprechstunde findet im Anschluss daran an einem Vormittag statt und wird in der Regel sehr gut genutzt.

 

Die Polizeidirektion Ratzeburg bietet in allen 6. Klassen jeweils eine 120-minütige Fortbildungsveranstaltung zum Thema „Cybermobbing“ an. Der Präventionsbeamte thematisiert die Gefahren, die im Internet lauern, aber er sensibilisiert die Schüler/innen auch für die Konsequenzen, wenn kompromittierende Daten in Form von Bildern oder Videos unreflektiert oder absichtlich auf sozialen Plattformen verbreitet werden. Cybermobbing bzw. das gegenseitige Schikanieren über moderne elektronische Kommunikationsmittel nimmt einen immer höheren Stellenwert im Alltag der jungen Menschen ein.

Das Erlernen von Medienkompetenz sowie das Wissen um die juristischen Konsequenzen bei illegalen Handlungen im World Wide Web sind die beiden vorrangigen Ziele dieser Veranstaltungen.

 

Im Jahrgang 7 arbeitet der Verein „Gefangene helfen e.V.“ in allen Klassen jeweils in zwei Zeitstunden zum Thema „Folgen kriminellen Handelns“. Der Referent versteht sich als Türöffner und Aufklärer in den Bereichen der Kriminalität, der Waffen, der Drogen und des Alkohols. In einer vierstündigen Nachbereitungsveranstaltung sollen die erarbeiteten Themen wiederholt und vertieft werden.

 

Des Weiteren bildet ein Sozialarbeiter die Jugendlichen im Jahrgang 7 in einem Workshop zum Thema „Demokratie braucht Toleranz – Demokratie im Alltag… FÜR Chancengleichheit gegen Diskriminierung“ an jeweils zwei Schultagen fort. In diesem partizipativen Projekt beschäftigen sich Kinder und Jugendliche mit Demokratie in ihrem Alltag und den Möglichkeiten, diese aktiv mitzugestalten. In einem weiteren thematischen Baustein wird Diskriminierung als demokratiegefährdendes Verhalten bearbeitet, wodurch Schülerinnen und Schüler besonders für Alltagsdiskriminierung sensibilisiert werden sollen. Danach wird ein Teil der Jugendlichen am Thema weiterarbeiten.

 

Weitere Demokratiebildungsangebote aus höheren Jahrgängen sind in dieser Darstellung noch nicht aufgeführt.

 

Das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein hat unter dem Titel „PIT – Prävention im Team“ Materialien für die Sekundarstufe I in Form eines Ordners herausgebracht, der neben der Sucht- und Gewaltprävention auch die Bausteine „Riskanter Medienkonsum“ sowie „Sexualität und Gewalt“ anbietet, mit denen die Klassen präventiv und reaktiv arbeiten können.

 

Verantwortlicher Koordinator: Jens Schlutzkus

 

1.1.2    Reaktive Maßnahmen

 

Für ein gutes Arbeitsklima sind Regeln für die Schülerinnen und Schüler transparent:

  • Gesprächsregeln,
  • Klassenregeln,
  • Regeln bei diversen Methoden,

die fach- und jahrgangsübergreifend gelten.

 

Unterrichtsstörungen

Bei Unterrichtsstörungen legen wir neben den Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern großen Wert auf die direkte Information an die Eltern, z. B. durch

  • Kurznotiz im Logbuch
  • Telefonate
  • Elterngespräche
  • teilweise Hausbesuche
  • schriftliche Mitteilung

 

Umgang mit akuten Konflikten

Unter Gewalt verstehen wir alle Formen der körperlichen (Handgreiflichkeiten, Schläge, Tritte usw.) und der verbalen Gewalt (Beleidigungen, Beschimpfungen usw.), auch in digitaler Form!

 

Meinungsverschiedenheiten und Konflikte gehören zum Zusammenleben dazu. Aber Gewalt ist immer das falsche Mittel, einen Konflikt zu lösen und hat absolut keinen Platz in unserer Schule!

 

Wir lösen auch schwierige Situationen friedlich, respektvoll und konstruktiv!

Unsere Schule ist ein Ort, an dem die körperliche und seelische Unversehrtheit aller geachtet wird. Dieses ist ein Menschenrecht, das im Artikel 2 Absatz 2 unserer Verfassung in Deutschland fest verankert ist: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“

 

Alle Schülerinnen und Schüler unserer Schule haben die Möglichkeit in Frieden zu leben und sich ohne Angst auf ihren schulischen Erfolg konzentrieren zu können!

 

Im konstruktiven Bewältigen von Konflikten liegt ein enormes Lern- und Wachstumspotential unserer Schülerinnen und Schüler! Wer den Schulfrieden mit gewalttätigem Verhalten stört, muss mit klaren Konsequenzen rechnen!

 

„Wer schlägt, der geht!“ bedeutet, dass der oder die Täter aus der Konfliktsituation herausgenommen und unter Benachrichtigung der Sorgeberechtigten als pädagogische Maßnahme nach Hause geschickt werden, um sich zu beruhigen, über das eigene Fehlverhalten nachzudenken und bessere Lösungsmöglichkeiten auszuarbeiten! Außerdem kann auf diese Weise der Schulfrieden wiederhergestellt werden!

Die Beteiligten einer Gewalttat erfahren eine pädagogische Begleitung durch die Schule! In der Regel folgt für die Beteiligten eine Klassenkonferenz mit der Durchführung einer Ordnungsmaßnahme nach § 25 des Schulgesetzes.

 

Welche Aufgaben haben die Schülerinnen und Schüler bei Gewalt?

  1. Dazwischen gehen - aus der Situation rausholen – Provokationen vermeiden
  2. Hilfe holen
  3. Mit den Konfliktlotsen, Lehrkräften oder der Schulsozialarbeit konstruktiv sprechen
  4. Eigenen Anteil an der Entstehung suchen und reflektieren
  5. Tat-Ausgleich herstellen (Wiedergutmachung)

 

Welche Aufgaben hat die Schule bei Gewalt?

  1. Den Vorfall klären und Vorgefallenes berichten und schriftlich festhalten
  2. Mediation: Gespräche mit Beteiligten (Schüler/innen und Klassenleitung, ggf.: Fachlehrer, Koordinator/in und Schulsozialarbeit)
  3. Gespräch mit Elternhaus führen
  4. Meldung beim Jugendamt bzw. bei der Polizei
  5. Ziel: gemeinsame und für beide Seiten befriedigende Lösung (Tat-Ausgleich) finden

 

Welche Aufgaben hat das Elternhaus bei Gewalt?

  1. Mit der Schule kooperieren
  2. Das eigene Kind direkt von der Schule abholen
  3. Gesprächsbereitschaft (ohne Schuldzuweisung) mit Klassenlehrkraft und Koordinator/in zeigen
  4. auf das eigene Kind einwirken: Gewalt ist keine Lösung!
  5. Unterstützungsangebote annehmen (Erziehungsberatungsstelle, Jugendamt, Anti-Aggressivitätstraining usw.)

 

Vandalismus – Mutwillige Sachbeschädigung

Laut Schulordnung gilt für alle Schülerinnen und Schüler des Schulberges folgende Vereinbarung:

Wir achten fremdes Eigentum.

 

Aus diesem Grund wird dies in der Klasse und bei Elternabenden thematisiert.

Liegt eine mutwillige Sachbeschädigung vor, kann die Schule folgendermaßen reagieren:

  • Gespräche mit den Klassenlehrerinnen oder Klassenlehrern, den betroffenen Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern
  • Wiedergutmachung durch aktive Teilnahme an der Pflege im Außen- oder Innenbereich der Schule
  • Kostenübernahme durch die Eltern oder Schülerinnen und Schüler bei notwendigen Reparaturen oder Ersatz

 

Absentismus

Absentismus meint das Fernbleiben des Schülers bzw. der Schülerin vom schulischen Unterricht, zu dem sie aber verpflichtet sind; denn laut § 11 Absatz 2 des Schleswig-Holsteinischen Schulgesetzes heißt es: „Aufgrund des Schulverhältnisses sind die Schülerin und der Schüler berechtigt und verpflichtet, am Unterricht teilzunehmen, vorgesehene Prüfungen abzulegen und andere für verbindlich erklärte Schulveranstaltungen zu besuchen. Die Schule kann für einzelne Schülerinnen und Schüler die Teilnahme an bestimmten schulischen Veranstaltungen, die ihrer Förderung dienen, für verbindlich erklären.“

 

Fehlzeiten haben unterschiedliche Ursachen. Krankheiten, Arztbesuche, die manchmal nur zu Schulzeiten möglich sind oder vom Elternhaus an die Schule herangetragene Wünsche, wichtige Familien- oder Sportveranstaltungen zu besuchen, die von der Schule genehmigt worden sind, gelten nicht als Absentismus.

 

Sollten aber fragwürdige, unentschuldigte und höhere Fehlzeiten durch ein Schulschwänzen, eine Schulverweigerung infolge einer Schulangst oder Schulphobie, aber auch durch ein Zurückhalten durch Sorgeberechtigte entstehen, dann greift unser Absentismuskonzept, welches in sieben Stufen aufgebaut ist:

 

  1. Stufe: Schriftliche bzw. fernmündliche Information an die Eltern über unentschuldigtes bzw. fragwürdiges Fehlen
  2. Stufe: Einladung zum Gespräch in die Schule mit Eltern und Kind, Klassenleitung, Schulsozialarbeit, schulische Erziehungshilfe und Stufenleitung
  3. Stufe: Vorlage eines ärztlichen Attests
  4. Stufe: Vorstellung beim Amtsarzt
  5. Stufe Absentismuskonferenz (siehe unten!)
  6. Stufe: Einleitung eines Bußgeldverfahrens
  7. Stufe: Ankündigung der Ausschulung nach Erfüllung der Vollzeitschulpflicht

 

Ab Stufe 3 geht eine Kopie des Elternbriefes an den zuständigen Sachbearbeiter des ASD.

 

Diese Stufen müssen nicht nacheinander abgearbeitet werden. Nach Stufe 2 ist auch die Durchführung einer Absentismuskonferenz möglich, auf der u. a. über eine Attestpflicht und weitere Auflagen entschieden wird.

 

Bei kritischen und fragwürdigen Fehlzeiten (ab dem 11. Fehltag) arbeiten wir mit dem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) zusammen und führen eine Absentismuskonferenz durch. Zu dieser Helferkonferenz lädt die Schulleitung ein. Es nehmen neben einem Vertreter des ASD auch die Eltern, das betroffene Kind, die Klassenleitung, die schulische Erziehungshilfe, die Schulsozialarbeit sowie die Stufenleitung teil.

 

Über die Aussagen des Schulgesetzes zur Schulpflicht werden die Eltern mit den Anlagen 7 und 8 hingewiesen.

 

Vor Erfüllung der Vollzeitschulpflicht

Schulmüde und eher praxisorientierte Jugendliche, die noch nicht die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben, können ab der 7./8. Klassenstufe unterstützt werden durch

  • die LEE-Maßnahme in Kooperation mit der Astrid-Lindgren-Schule,
  • längerfristige Praktika während der Schulzeit,
  • eine temporäre Aufnahme in die Insight-Maßnahme in Ratzeburg (https://gemeinschaftsschule-rz.lernnetz.de/),
  • eine Beratung und Begleitung durch die Jugendberufsagentur (JBA),
  • eine Berufsberatung durch die Agentur für Arbeit in unserem Hause oder
  • eine Berufsberatung durch das BBZ.

 

Nach Erfüllung der Vollzeitschulpflicht

Schülerinnen und Schüler, die die Vollzeitschulpflicht von neun Schulbesuchsjahren erfüllt haben und deren Abschluss aufgrund anderer Interessen stark gefährdet ist, können ebenfalls über längerfristige Praktika an die Berufswelt herangeführt und für das AV-SH am BBZ angemeldet werden.

 

Bei unentschuldigtem Fehlen von Schülerinnen und Schülern, die die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben und auch nicht zu obigen Maßnahmen bereit sind, greift § 19 (4) Schulgesetz: „Eine Schülerin oder ein Schüler kann nach Erfüllung der Vollzeitschulpflicht entlassen werden, wenn sie oder er innerhalb von 30 aufeinander folgenden Kalendertagen insgesamt 20 Unterrichtsstunden (zu je 45 Minuten, Anmerkung der Redaktion) dem Unterricht unentschuldigt ferngeblieben ist oder sich durch wiederholte und unentschuldigte Abwesenheit bei schriftlichen Arbeiten unter Aufsicht der Leistungskontrolle in zwei oder mehr Fächern entzieht. Die Entlassung ist nur zulässig, wenn die Schülerin oder der Schüler sowie bei Minderjährigen deren Eltern auf diese Möglichkeit aus konkretem Anlass oder zu Beginn eines Schuljahres hingewiesen worden sind.“

 

Drogenmissbrauch

Bereits im Bereich der Suchtprävention arbeiten wir eng mit den Mitarbeitern der Alkohol- und Drogenberatung zusammen.

Bei beobachtetem Verhalten, das zu einer Gefährdung anderer Schülerinnen und Schüler führt, gehen wir mit folgenden Maßnahmen vor:

 

1. Eine Schülerin oder ein Schüler wird beim Verkauf oder Weitergabe von illegalen Drogen in der Schule überführt.

1.  Benachrichtigung der Eltern

2.  Anzeige bei der Polizei

3.  Klassenkonferenz mit einer Ordnungsmaßnahme nach § 25 Schulgesetz

2. Eine Schülerin oder ein Schüler wird beim Konsum von Drogen in der Schule erwischt.

1.  Benachrichtigung der Eltern

2.  Anzeige bei der Polizei

3.  Klassenkonferenz mit einer Ordnungsmaßnahme nach § 25 Schulgesetz

4.  Weitere Hilfsangebote wie die Alkohol- und Drogenberatungsstelle des Kreises u. a.

3. Es besteht ein begründeter Verdacht des Verkaufs bzw. der Weitergabe von Drogen.

Lehrkräfte beobachten die Schülerin oder den Schüler für einen festgesetzten Zeit­raum und entscheiden über das weitere Vorgehen, evtl. weiter wie 1.

4. Es besteht ein begründeter Verdacht des Konsums von Drogen außerhalb der Schule.

Lehrkräfte beobachten die Schülerin oder den Schüler (wie 3.) für einen festgesetzten Zeit­raum.

Bei einer Bestätigung des Ver­dachts:

1. Gespräch der Schule mit dem Eltern­haus zwecks Abstimmung weiterer Maß­nahmen (Suchtberatung, ASD etc.)

5. Eine Schülerin oder ein Schüler vertraut sich mit seinen Drogen­problemen einer Lehrkraft an und bittet um Hilfe.

In Abstimmung mit der Schülerin oder dem Schüler wird die Schulsozialarbeit hinzu­ge­zogen und die nächsten Schritte werden gemeinsam beraten (z. B. Alkohol- und Drogenberatungsstelle kontaktieren).

Gegebenenfalls kann eine Frist gesetzt werden, binnen derer sie oder er mit seinen Eltern darüber sprechen sollte.

 

Diese Maßnahmen können nicht alle Fälle abdecken, zum Teil werden wir sehr individuell reagieren müssen. Wir werden dem Problem im Rahmen der pädagogischen Möglichkeiten einerseits und der strafrechtlichen Vorschriften andererseits begegnen.

 

Verantwortlicher Koordinator: Jens Schlutzkus

 

1.1.3    Schulsozialarbeit

 

Die Schulsozialarbeit ist wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit an der Gemeinschaftsschule Mölln. Sie kann von Schülerinnen und Schülern, Sorgeberechtigten und Lehrkräften in Anspruch genommen werden.

 

Weitere Informationen über das Angebot ist auf unserer Homepage zu finden:

https://gemeinschaftsschule-moelln.de/schulsozialarbeit.html

 

Ansprechpartner: Stephan Hieronymus und Claudia Possehn

1.1.4    Schulische Erziehungshilfe

Die schulische Erziehungshilfe der Astrid-Lindgren-Schule Mölln bietet den Kolleginnen und Kollegen in einer Sprechstunde Gelegenheit, Auffälligkeiten einzelner Schüler zu erörtern und gegebenenfalls die Angebote der Erziehungshilfe in Anspruch zu nehmen.

 

Das Angebot umfasst in Absprache mit der Regelschullehrkraft unter anderem

 

  • Unterrichtshospitationen und Rückmeldungen zu vereinbarten Themen
  • Moderation bei Gesprächen zwischen Lehrkräften, Sorgeberechtigten und/oder Schulleitung
  • Einzelgespräche mit Schülerinnen und Schülern zu unterschiedlichen Zielsetzungen, z.B. Suche nach Freizeitbeschäftigungen oder Konfliktlösungen
  • Initiierung von Kontakten zum ”Jugendamt” (ASD), zur Erziehungsberatung, zu Therapeuten etc. und Begleitung von Lehrkräften und/oder Sorgeberechtigten zu Terminen
  • Begleitung von Lehrkräften und/oder Sorgeberechtigten zur Sprechstunde des Kinder- und Jugendpsychiaters an der Astrid-Lindgren-Schule
  • Maßnahmenabstimmungen mit betroffenen Personen und Institutionen, z.B. Aufstellung von Regeln für die Schule und den Nachmittagsbereich und dazugehörigen Konsequenzen; Entwicklung von Verstärkerplänen für den schulischen und häuslichen Bereich
  • Erstellung von Gutachten und Förderplänen
  • Unterstützung bei der Erstellung von Lernplänen
  • regelmäßige Gespräche mit Sorgeberechtigten und weiteren Personen und Institutionen zur Maßnahmenbegleitung
  • vorübergehende Unterrichtsbegleitung, Kleingruppen- und Einzelbetreuung und Pausenbetreuung
  • Unterstützung von Lehrkräften in Klassenstunden

 

Ansprechpartnerin: Kirsten Böttcher-Blank